Wandern auf Lesbos
Mit 1.676 Quadratkilometern ist Lesbos die drittgrößte Insel Griechenlands, und doch leben hier nicht einmal ganze 100.000 Menschen. Dafür lockt Lesbos jedoch mit viel unberührter und ursprünglicher Natur und ist daher ein ideales Reiseziel für Wanderer. Es warten zerklüftete Küstenlandschaften, alte Pilgerwege, schmale Eselspfade, silbrig schimmernde Olivenhaine, farbenfrohe Blumenwiesen, üppige Pinienwälder, außerdem romantische Bergdörfer, malerische Fischerorte, andächtige Klöster, alte Mühlen und vieles mehr.
Besonders eindrucksvoll sind Wanderungen im sogenannten Versteinerten Wald im Westen der Insel. In dem 286 Hektar großen Gebiet zwischen Sigri, Antissa und Eresos führt ein ausgedehntes Wegenetz durch wilde Vulkanlandschaft, in der sich ein urzeitlicher Wald aus fossilen Baumstämmen erhalten hat. Aber Vorsicht: Das Naturdenkmal Versteinerter Wald ist eine karge Wüstengegend, die fossilen Bäume tragen selbstverständlich kein Laub mehr und so gibt es nur wenig Schatten – an richtig heißen Tagen möchte man hier lieber nicht unterwegs sein.
Weiter nördlich liegt Petra in einer Bucht mit einem langen Sandstrand, über dem auf einem 40 m hohen Felsen die Kirche Panagia Glykofiloussa thront. Eine etwa 4 ½-stündige Wanderung führt von hier über den Pfad der Wassermühlen durch eine Schlucht mit zahlreichen alten und zum Teil schon verfallenen Mühlen zunächst hinauf in das Bergdorf Petri, das zwischen Nussbäumen und Pappeln eingebettet liegt und eine fantastische Aussicht hinunter auf die Bucht bietet, und dann durch üppige Blumenwiesen wieder hinunter zum Strand.
Im Hafen des Fischerdörfchens Skala Sikaminia liegen malerisch die Fischerboote am Kai vertäut und der köstliche Duft von fangfrischem Fisch macht Lust auf eine Rast und den ausgiebigen Genuss der griechischen Küche – den man sich auch redlich verdient hat, nachdem man von Molinos, ebenfalls im Norden von Lesbos, auf alten Bergpfaden an der Küste entlang in etwa 4 Stunden hierhergewandert ist.
Mindestens genauso schön kann man auch im Süden von Lesbos wandern, so sollte man vor allem Agiassos nicht versäumen, das zwischen Platanen und Kastanien an den Hängen des lesbischen Olymp liegt und als schönstes Bergdorf der gesamten Insel gilt. Von hier führen Wanderungen durch Olivenhaine und an Bergbächen entlang zu einem römischen Aquädukt.
Aus der Luft sieht Lesbos aus wie das Blatt einer Platane, denn zwei Buchten schneiden sich tief ins Inselinnere hinein. Dadurch ist kein einziger Ort der Insel mehr als etwa 15 km vom umgebenden Meer entfernt und so kann in viele Wanderungen ein Abstecher an die langen Sandstrände mit einbezogen werden.
